Fontane Rallye 2014

26.04.2014
Was ich selber nicht für möglich gehalten habe, wir konnten den 1. Platz in der Klasse H14 einfahren. Das war jedoch alles andere als einfach. Da die Fontane Rallye auf Asphalt stattfand und wir mit einfachen Straßenreifen angetreten sind, hatten wir eigentlich keine Chance. Doch nach der Halbzeit lagen wir mit 3 Sekunden vorn, und das obwohl ich schon einige blöde Fehler gemacht habe (2 Mal gecuttet: 1 Mal über eine Betonkante und 1 Mal über einen Entwässerungsgraben). In beiden Situationen hätte es schon vorbei sein können. Den Entwässerungsgraben hatten wir nicht einmal im Aufschrieb aufgenommen und so knallten wir voll durch das Ding durch. Nur weil wir auch schnell genug waren, sind wir nicht komplett eingehakt. Gorden freute sich "Das war ja geil und sau schnell! So fahren wir auch in den beiden anderen Durchgängen." Jürgen: "Nee mein Lieber, ist zwar sau schnell, aber auch schnell kaputt. Wenn wir das Ziel erreichen wollen, dann lassen wir das lieber."

Im Grunde kamen uns die dreckigen Wirtschaftswege stark entgegen. Dort ist man mit einem richtigen Semi Slick Rennreifen auch nicht viel besser dran. In der WP1 bemerkte ich, dass man mit Straßenreifen keinen Grip auf Schotter hat - OH! Was für ein Wunder! :-) So kam ich gerade so durch die Schikane, die bei Silvio Molitor aufgebaut wurde. Er stand dort um Abkürzer zu notieren. Kein Problem, ich hatte die Eisenstange um 2 cm verfehlt. Leider gab es in der nächsten Schikane (wieder auf Schotter) immer noch keinen Grip und so drehten wir uns. "Shit das hat Zeit gekostet." Auf der folgenden Prüfung fuhr ich an den Schikanen besonders knapp vorbei, so sparten wir Zeit und verloren ein Spiegel. "Naja, man kann nicht alles haben, aber noch dichter ist dann wohl keine gute Idee." Nach den ersten beiden WPs lagen wir mit 6 Sekunden im Rückstand (2. Platz in der Klasse). Doch die Verfolger waren gerade mal 1 Sekunde hinter uns. Natürlich war uns klar, dass wir noch ein paar Kohlen nach legen mussten, denn die Anderen hatten nichts zu verschenken. Leichter gesagt als getan. Auf den folgenden Prüfungen, WP3 und WP4, hab ich es dann etwas ruhiger angehen lassen. Das heißt nicht, dass wir langsamer waren. Ganz im Gegenteil! Mit etwas Gelassenheit kann man viel sauberer fahren. Hatten wir bei der WP1 einen Rückstand von fast 10 Sekunden auf den Führenden, so ist es bei der 2. Durchfahrt der WP  ein Vorsprung von 3 Sekunden. Damit haben wir unsere eigene Zeit um sage und schreibe 10 Sekunden unterboten. Vor der WP4 hatten wir 2 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger und lagen knapp auf dem 1. Platz in der Klasse H14 .

Auf WP4 waren wir genau so schnell wie beim ersten Durchgang und konnten uns auf Platz 1 behaupten, nunmehr mit 3 Sekunden Vorsprung. Jetzt hieß es ruhig Blut und nur keinen Mist bauen. Um noch mehr Zeit rauszuholen schaltete ich ab WP5 die hohen Gänge bei Vollgas. Irgendwie schaffte ich es die Betonkante aus WP1 ein 2. Mal zu treffen, obwohl Gordon klar und deutlich "Achtung, Achtung, no cut!" ansagte (Video bei 1.55min). Zum Glück ist nichts passiert und wir konnten ungehindert weiter fahren - Bis, ja bis zu dieser blöden Schikane vor der Autobahn Brücke, 2 Mal sind wir da schon mit Schmackes durch. Man muss die Schikane von außen anfahren und beim Anbremsen dreht sich das Heck genau zwischen die beiden ersten Fässer. Dumm nur, dass ich versuchte die Schikane von der falschen Seite anzufahren. Gordon rief noch "LINKS, LINKS, LINKS!!!" und da merkte ich, dass ich das falsche Links nahm. Obwohl es keinen Sinn mehr machte versuchte ich noch von links in die Schikane einzubiegen - BAM! Die Tonne wurde weggeholzt. "FUCK! FUCK!" dachte auch der Streckenposten und riss beide Arme hoch, als ob er sagen wollte "Hast du keine Augen im Kopf, du IDIOT?!" (Video bei 3.05min).  Zeit zum Ärgern blieb erst einmal nicht, denn nach der Brücke kam die Schikane bei Silvio, welche ich beinahe in den beiden vorherigen Prüfungen weggeräumt hätte.
Ausnahmsweise schaffte ich diese sauber zu durchfahren. So waren wir 3 Sekunden schneller als in den vorherigen beiden Durchgängen und setzten noch eine Klassen-Bestzeit, wenn da nicht die drohende Strafe für die umgefahrene Schikane gewesen wäre. Das kann schnell mal 10 Sekunden geben. Wir hatten aber nur 5,5 Sekunden Vorsprung. Also machten wir auf der letzten Prüfung nochmal richtig Attacke. Im Ziel sind wir nochmal 5 Sek. schneller gewesen, als in unseren ersten Durchläufen. Auf den Zweitplatzierten hatten wir nur insgesamt 8 Sekunden Vorsprung, das reichte bei einer 10 Sekunden Strafe nicht. Dann begann das Ärgern, Hoffen, Beten und Bangen. Die Streckenposten koamen mit den Zetteln der Abkürzer zurück, es kursierten die wildesten Gerüchte. Von "Macht euch keine Sorgen!" bis zu "Habt ihr wohl Pech gehabt.". Bis zur Siegerehrung wussten wir nicht was Fakt ist. Dann wurden unsere Kontrahenten aufgerufen, 3. Platz, 2. Platz und "Und...??? Hat es nun gereicht oder sind wir sogar noch weiter hinten gelandet?" Nein, für den 1. Platz wurden wir aufgerufen. Geil so machte das Spaß!!! Nervenkrieg bis zur Siegerehrung und dann ein Happy End. - Warum wir keine Strafe bekamen? Weil wir uns keinen Vorteil verschafft haben, es hat ehr noch Zeit gekostet. Da ich versuchte vom richtigen Links rein zufahren, kam auch keine Absicht in Frage. Da hatten wir wohl Schwein gehabt und ganz nebenbei im zweiten Rennen der Saison den 1. Platz erreicht. Von uns aus kann das so weiter gehen.

Bye, Jürgen und Gordon, die sich ein 2. Loch in den Arsch freuten.